Schluss mit Rindenmulch - ein Plädoyer für Bodendecker zwischen einer üppigen Bepflanzung
Wenn du spazieren gehst, dann achte doch einmal darauf, wieviele Hausbesitzer ihre Beete mit Rindenmulch füllen und dazwischen einzelne Pflanzen setzen. Sieht zunächst einmal ordentlich aus und macht einen pflegeleichten Eindruck. Doch hält er sein Versprechen?
In Wirklichkeit hat Rindenmulch etliche Nachteile.
- Er bindet Stickstoff und hemmt dadurch das Pflanzenwachstum.
- Er macht den Boden sauer.
- Er sieht schneller als du denkst ungepflegt aus, wenn er verrotet und wenn das Unkraut durchkommt.
- Er bietet für viele Insekten oder Kleintiere keinen Lebensraum.
- Er kann auch Zierpflanzen selbst unterdrücken.
Was ist an saurem Boden schlecht? Er schwächt die Pflanzen in ihrem Wachstum und reduziert die Vielfalt, da die meisten Pflanzen keinen sauren Boden mögen. Zudem mögen Regenwürmer und viele Mikroorganismen keine sauren Böden, so dass Humusaufbau, Durchlüftung und natürliche Fruchtbarkeit abnehmen.
Im Gegensatz dazu stabilisieren Bodendecker das Bodenklima, fördern den Humusaufbau und machen Gärten lebendig statt arm. Statt totem Material sind Bodendecker lebende Pflanzendecken. Was bringen sie gutes?
- Sie schützen den Boden vor Austrocknung und Erosion.
- Sie unterdrücken Unkraut auf natürliche Weise.
- Sie verbessern das Mikroklima und die Bodenqualität.
- Sie schaffen Lebensraum für Insekten, Käfer und Vögel.
- Sie sind ein ästhetischer Bestandteil einer üppigen Bepflanzung.
Du willst nun auch auf Bodendecker umsteigen? Hier ein paar Ideen für dich:
In die Sonne kannst du z.B. Bodendeckerthymian, Teppichphlox oder Storchschnabel pflanzen - achte darauf, was zu deinem Boden passt. Im Halbschatten und Schatten sind meine Favoriten eindeutig Walderdbeeren - die kann man sogar ernten und einfrieren für tägliche Müslis. Zudem habe ich auch Immergrün, was im Frühjahr wunderschön blüht. Immergrün gibt es in mehreren Farben, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Blühende Bodendecker sorgen für Farbe und ziehen Bestäuber an. Immergrüne Bodendecker tun dem Auge auch im Winter gut - bei jedem Blick aus dem Fenster.
Du wirst merken, wie schnell es - gerade bei den Erdbeeren - gehen wird, dass du kaum noch freie Flächen im Beet haben wirst. Und dann kannst du dich freuen, da du kaum noch Unkraut jäten musst.
Neben Bodendeckern plädiere ich natürlich auch für eine grundsätzlich dichte Bepflanzung. So wirkt der Garten üppig - was wunderschön aussieht - und macht gleichzeitig weniger Arbeit, da für Unkraut weniger Raum ist. Du pflanzt zunächst die Bäume, Sträucher, Rosen, Stauden und Kräuter und setzt dann deine ausgewählten Bodendecker dazwischen, die sich um die Pflanzen herum ausbreiten dürfen. Das schöne daran: Bodendecker benötigen eigentlich keine Aufmerksamkeit - außer evtl. ein späteres Eindämmen, wenn sie zu weit hinaus wollen. Das Ergebnis ist, dass du weniger gießen, weniger jäten und nicht jährlich Rindenmulch nachfüllen musst. Somit sind Bodendecker eine zeit- und kostengünstige Dauerlösung.
Fazit: Mit Bodendeckern wählst du eine schöne, nachhaltige und ökologisch sinnvollere Variante als mit Rindenmulch, der kurzlebig und in manchen Punkten nachteilig ist. Dein Garten wird lebendiger, pflegeleichter und wertvoller für Mensch und Natur.
Anmerkung: Foto von K Adams auf Unsplash - von mir weiter bearbeitet.

Dieser Blogartikel könnte dich auch interessieren:

Der Cottagegarten: was macht ihn aus?
Was macht einen Cottagegarten eigentlich aus? Was kennzeichnet ihn? Was macht ihn zu solch einem unverwechselbaren Gartenstil?
