Der Cottagegarten: wie er entstand

Der Cottagegarten hat seinen Ursprung im 17. und 18. Jahrhundert in England. Er entstand in den kleinen Gärten vor den Cottages, den meist strohgedeckten Hütten, die der Landbevölkerung gehörten. Es waren Handwerker, Arbeiter und Bauern, die mit ihren Tieren unter einem Dach lebten. Diese Gärten hatten einen klaren Zweck: Nahrungsmittel liefern. So pflanzten die Bewohner Gemüse, Kräuter und Obst an und sorgten dafür, dass nie ein Flecken Erde unbenutzt war. Es mischten sich blühende Wildkräuter oder geschenkte Ableger von Blumen dazwischen. Diese wurden nicht nur geduldet, weil sie schön aussahen, sondern hauptsächlich, weil sie einen Nutzen hatten: manche hatten eine heilende Wirkung, andere konnten gut im Haushalt benutzt werden, z. B. für einen frischen Wäscheduft. Auch konnte man die Blumen auf dem Markt verkaufen und damit die Haushaltskasse aufbessern. Ebenso zogen sie nützliche Insekten an oder wehrten Schädinge ab, was eine bessere Ernte einbrachte. 

Zu dieser Zeit lag dem Ganzen eher kein durchdachter Bepflanzungsplan oder Stil zugrunde. Wege aus natürlich vorhandenen Materialien gliederten die Fläche. Zäune und Mauern, eigentlich errichtet, um das Eindringen von Tieren zu verhindern und den Wind auszubremsen, gaben dem Garten einen beschützenden Rahmen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die zwanglose Schönheit der Cottagegärten von Malern entdeckt und in romantisch verklärter Art und Weise an die Öffentlichkeit gebracht. Dies traf einen Nerv der Zeit, denn viele Menschen hatten das laute, unruhige Stadtleben satt (Zeit der Industrialisierung) und sehnten sich nach einem kleinen Haus auf dem Land - v. a. die kunstinteressierte Mittelschicht, die sich kein herrschaftliches Landgut leisten konnte. Dies kurbelte auch die Baubranche an. Diese wurde geprägt von der Arts-and-Crafts-Bewegung, die sich um 1880 als Gegenpol zur industriellen Massenproduktion entwickelte. Hier wurden Garten und Haus miteinander verbunden und in Einklang gebracht, indem z.B. auf natürliche Materialien, die lokal verfügbar waren, zurückgegriffen wurde. Überhaupt bekam der Garten einen hohen Stellenwert. Es wurden Pfanzen entsprechend der einfachen, ländlichen Gärten zusammen gestellt, die ein Bild ungekünstelter Schönheit hervor brachten. Eine bedeutsame Gartengestalterin war hier Gertrude Jekyll. Als Romantik-Inspiration verbreitete sich dieser charmante, ländliche Gartenstil und beeinflusste viele Landhausgärten in Europa und Nordamerika.

Der Cottagegarten verbindet Romantik, üppige Bepflanzung und eine praktische Nutzung auf einzigartige Weise. Er ist ideal für alle, die einen Garten wollen, der lebendig, bunt und charmant wirkt und gleichzeitig Gemüse, Kräuter und Obst liefert. Ob auf dem Land, im kleinen Stadthausgarten oder beim modernen Neubau: der Cottagegarten ist flexibel und anpassbar. Unabhängig vom Standort ist er immer eine Wohlfühloase zum Genießen und Entspannen. Du willst jetzt auch so einen Traumgarten?

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